Ahoi!

Der Frühling hält Einzug auf Lanzarote, zum einen ist es deutlich wärmer, sowohl tagsüber als auch nachts, und zum anderen blüht alles in den tollsten Farben. Regen gibt es immer mal wieder, doch gestern war einer der Tage, an dem der Himmel nur eine Farbe kannte, und die war blau. Der blaue Atlantik hat förmlich nach uns gerufen, und dem Ruf sind wir sehr gerne gefolgt. 

Doch zuerst mussten die Winterleinen gelöst und die Vorspring fürs Ablegemanöver gelegt werden. Horst und Evelyn waren mit von der Partie und prompt versemmele ich das erste Ablegemanöver. Die einströmende Flut schob die Hexe schneller als gedacht zurück an den Steg, also musste ein zweites und besseres Manöver, mit der Vorspring, uns vom Steg weg bringen. Das klappte dann tadellos und nach dem Wendemanöver am östlichen Hafenende zeigte der Bug dahin, wo er sollte, in Richtung Hafenausfahrt. 

Draußen war schon richtig was los. Ein Atlantikruderer mit Gästen an Bord trainierte für die atlantische Überfahrt, viele Kinder in Optimisten folgten, aufgereiht wie an der Perlenschnur, dem Trainerboot, und  die ersten RC 44 Cup-Boote fuhren ihre täglichen Up- and Down-Bahnen, um für den in einer Woche anstehenden Calero Cup zu trainieren. 

Die Hexe, mit Gennaker unterwegs

Cornelia steuerte uns erstmal raus aufs offene Meer, sodass wir in aller Ruhe unser 124 qm großes Großsegel setzen und das Boot komplett aufklaren konnten. Der leichte Wind verfing sich in dem Flügelprofil des Segels und schob uns langsam an. Die Motoren waren flugs abgestellt und die wohlbekannte typische Stille an Bord, die eigentlich jeder Segler nach dem Segelsetzen genießt, stellte sich ein. Doch nur mit dem Groß ging es sehr langsam voran, und mit Horst zusammen hisste ich schnell unseren 212 qm großes buntes Segel, den Gennaker. Schon kam Bewegung in die Hütte und wir beschleunigten auf Windgeschwindigkeit. 8 Knoten zeigte die Logge anbei 7-9 Knoten Wind.

Eine der RC 44 Carbon Regattayachten versuchte uns in Luv zu überholen, was der Crew zu unserer Freude aber nicht gelang. Ingesamt 336 qm Segelfläche befeuern die Hexe ordentlich und machen aus ihr ein sehr competitives Boot. Perfekt getrimmt zogen wir unsere Bahn, die RC 44 halste gekonnt hinter unserem Heck durch. Das zaubert nicht nur mir ein Lächeln ins Gesicht. 

Wir rollten den Gennaker weg, halsten ebenfalls und segelten mit Genua auf einen Windstrich zu, der uns nach Westen bringen sollte. Hoch am Wind, mit abgefiertem Leeschwert, geschoben von einer leichten Dünung, brachte uns dieser kleine Streifen Wind in Richtung Playa Blanca. Nach drei Seemeilen wendeten wir, und mit einem Windwinkel von 60 Grad können wir genug Fahrt im Schiff halten, um immer im Bereich der jeweiligen Windgeschwindigkeit zu segeln und nicht von der nun entgegenkommenden Dünung gebremst zu werden. 

Die warme Luft war sehr angenehm, die Unterhaltungen mit unseren Freunden plätscherten so dahin, Segeln vom Feinsten, Entspannung pur. Doch mit der Entspannung war es in dem Moment vorbei, als wir sahen, dass zwei der RC 44 vom schwedischen Team in ein paar Minuten ein weiteres Mal unseren Kurs kreuzen werden. Der Sportsgeist war erwacht, ich trimmte den Traveller ein wenig nach Luv und winschte die Genuaschot noch etwas dichter. Die Hexe dankte es mir und beschleunigte noch um ein paar Zehntel Knoten. Beide RC 44, Artemis und Carisma segelten, von einem Trainerboot begleitet, maximal hoch am Wind, eine Spezialität dieser Americascup ähnlichen Boote, auf Steuerbordbug. Wir hatten die Segel auf Backbord stehen und damit Vorfahrt vor ihnen und beobachteten gespannt die Annäherung der beiden Boote.

Mit unseren leicht gefierten Schoten und reichlich Druck im Segel, müssen die beide RC 44 Boote an unserem Heck vorbei. Evelyn und ich filmten, was das Zeug hält. Sowas bekommt man nicht alle Tage geboten, zumal auf den hochaufgerüsteten Booten weltbekannte und bezahlte Regattasegler aus der ganzen Welt sitzen, wie beispielsweise Torben Torquist und Iker Martinez.

Jetzt wird noch trainiert, ab nächstem Donnerstag werden acht  RC 44 auf der abgesteckten Regattabahn um wichtige Punkte segeln. Danach werden die Schiffe in ihre Container gepackt, die eigentliche Idee hinter diesem Design, und werden zum nächsten Regatta-Event verschifft.

Playa de la arena

Für uns hieß es kurz danach, alle Segel einzupacken, denn dem leichten thermischen Wind ging, wie vorhergesagt, die Puste aus. Wir motorten zum Playa de la Arena, warfen den Anker und ein jeder, außer der Capitania, nahm ein erfrischendes Bad im kühlen Atlantik. Die Wassertemperatur ist in den letzten zwei Wochen spürbar gesunken, ich schätze sie auf ca. 18 Grad.

Schon bald war’s Zeit für den Rückweg, gekonnt manövriert die Capitania das Boot über den Anker, während die Ankerwinde die Kette aufwinschte. Das Anlegemanöver war entgegen dem Ablegen unspektakulär und schnell waren alle Leinen festgemacht. Der aufgehende Moment im Osten und die gleichzeitig untergehende Sonne im Westen gaben  dem wunderbaren Sonntag ein passendes Ende.

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Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen

Tatsächlich stimmt das – erstaunlicherweise  – auch für Lanzarote, es gehört ja zu Spanien. Wir haben das noch nie so gesehen, und ganz viele andere, die noch länger hier auf Lanzarote leben, haben mir das bestätigt, nicht oft grünt es so grün.

Seit Anfang des Jahres regnet es. Nicht nur einmal in der Woche, wie anfangs, inzwischen regnet es an den meisten Tagen eher zweimal täglich, sehr seltsam. Solche Regenmengen sind auf Lanzarote eine Seltenheit, die Abflüsse an Straßen und Plätzen sind für solche Mengen nicht ausgelegt, in der Hauptstadt Arrecife, am Charco, geht unsere Freundin Ulrike nur mit Gummistiefeln mit dem Hund spazieren. Dafür gibt es unglaublich schöne Regenbogen:

Wir genießen die Fahrten über die Insel, man kann quasi zuschauen, wie das Gras, die Kräuter und die Wiesenblumen wachsen, Volker hatte schon die Idee, hier groß einzusteigen mit dem Import von Unkrautvernichtungsmitteln und Rasenmähern. Selbst an den Hängen der Vulkane wachsen kleine grüne Pflanzen, und inzwischen blühen die ersten Wiesenfelder. Lanzarote besteht ja aus Vulkangestein, und Vulkanerde ist unglaublich fruchtbar, reich an Mineralien, deshalb braucht es nur ein bisschen  Regen, und schon fängt das Wachstum an. Wenn es aber so viel regnet wie in den letzten Wochen, kann man den Pflanzen beim Wachsen zuschauen.

Zwischendurch kommt ein strahlend blauer Himmel ans Licht, und wenn die Sonne strahlt, ist es warm, man kann draußen sitzen – aber nur im Windschatten – und die Wärme genießen. Denn der Wind war fast die ganze Zeit eher stürmisch. Gestern ist er eingeschlafen, aber – ebenfalls seit Beginn des Jahres – hatten wir mehrere Tage mit acht Windstärken. Deswegen gab es auch über vier Meter hohe Wellen an den nordwestlichen Küsten der kanarischen Inseln. Dort sind leider auch mehrere Menschen in den Wellen umgekommen. 

Nun gibt es hier Menschen, die sich total freuen über das Grün, und andere, denen der Regen auf die Nerven geht, die ihre Insel lieber wieder in rot-schwarz sehen würden. Wir haben die Cockpitkissen im Boot verstaut, damit sie nicht nass werden, die Stoffschuhe in den Schrank gepackt, die warmen Mäntel und Regenjacken rausgeholt, aber wir sind immer wieder begeistert von dem neuen Farbglanz unserer Insel. Und oftmals gibt es wunderschöne Regenbogen.

Ab heute, Samstag, soll die Regenzeit vorbei sein. Tatsächlich hat es bis jetzt, 16:00 Uhr, noch nicht geregnet. Aber so richtig warm ist es leider nur im Windschatten, bei Sonne. Samstags gibt es bei den hiesigen Weingütern, also zumindest bei einigen, Live Musik, wir wollten gerne zuhören, und waren beim Weingut Stratus. Es war auch sehr schön, eine karibisch anmutende Sängerin sang mit bluesig-jazziger Stimme bekannte Lieder, leider nur zur Musik aus der Dose, aber es gefiel den Anwesenden gut, es wurde ordentlich applaudiert. Nur leider frischte der Wind immer mehr auf, sodass wir mit eiskalten Händen schließlich ins warme Auto geflohen sind. 

Normalerweise muss man auf Lanzarote den Weißwein oder den hervorragenden Sekt aus der Malvasia-Traube richtig kühlen, mit Kühlmanschetten oder diesem genialen Stab, den uns Freundin Susanne geschenkt hat. Er wird einfach im Eisfach gekühlt, und in die Weinflasche gesteckt. Der Wein kommt dann durch den Stab in einem feinen Strom ins Glas, und ist tatsächlich eiskalt.  Aber heute waren die Weißweine auch so richtig in der Temperatur, die vollen Gläser konnten sogar eine Weile rumstehen, ohne dass der Wein zu warm geworden wäre.

Nach dem Wochenende soll endlich wieder das lanzaroteñische Winterklima zurück kommen, 20 bis 25 Grad am Tag und nicht kälter als 18 Grad in der Nacht. Na, dann hoffen wir mal, dass die Vorhersagen der Wetterberichte stimmen. Aber, trotz allem Gejammere ist es hier ja doch deutlich wärmer als im kalten Deutschland oder im noch kälteren Kanada!

Die Windsbraut kommt!

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Ein spektakuläres Mannöver

Letzten Sonntag fand vor unserer Marina Puerto Calero – wie jedes Jahr – ein vielbeachtetes Event statt. Das Rennen der schnellsten und manchmal auch schönsten Boote (kommt ganz auf den Standpunkt an), veranstaltet von der RORC, dem Royal Ocean Racing Club, startet in Arrecife und 21 teilnehmende Boote segeln nach Antigua.

Wir sind gerne dabei, mit vielen anderen Booten von der Insel, wenn die Ein- und Mehrrumpfer eine Boje direkt vor unserer Marina an Backbord lassen müssen. Und jedesmal sind wir fasziniert von den Booten, den perfekt einstudierten Manövern und den enormen Geschwindigkeiten, die diese Schönheiten des Meeres nach der Umrundung der Boje ganz schnell erreichen.

Tatsächlich hat die “Argo” das Rennen gewonnen: Nach nur 4 Tagen und fast, aber nicht ganz 24 Stunden ist die Crew nach 3.211 Seemeilen in Antigua angekommen. Auch das zweite Boot “Zoulou” hat nur 5 Tage und 2 Stunden gebraucht für 3.274 Seemeilen. Das war bestimmt ziemlich anstrengend für die Crew und für das Boot.

Der schnellste Einrumpfer “Raven” ist heute angekommen, nach 6 Tagen und 22 Stunden, die sie für 3.570 Seemeilen gebraucht hat. Alle anderen Boote sind noch unterwegs, das letzte soll – hochgerechnet – am 28. Januar in der Karibik ankommen.

Wir gratulieren der “Argo” als schnellster Multihull und der “Raven”, als schnellstem Einrumpfer, und wir werden das Race weiter verfolgen.

Wir haben zu der Bojenrundung vor unserer Marina einen kleinen Film gemacht, den Ihr mit dem Link dort unten auf Youtube ansehen könnt. Viel Spaß!

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Alte Tradition

Schon lange bevor die eigentlichen Weihnachtstage beginnen, werden in zahlreichen Orten und Gemeinden Krippen aufgebaut. Doch nicht so wie in Deutschland, mit nur ein paar Figuren  und einem Stall. Bei den hiesigen Krippen werden die Highlights der Insel „en miniature“, detailgetreu nachgebaut. Sei es die Saline, die historische Bäderbrücke in Arrecife, das bunte Haus in Arrieta, die Vulkanlanschaften, die Weinberge und noch vieles mehr wird mit viel Aufwand modelliert und konstruiert. Die schönsten Krippen, die wir bisher kannten, stehen in Tinajo, in Arreciffe und Yaiza. Jede für sich ein echtes Kunstwerk. 

Heute haben wir einen Ausflug in das Vulkan- und Weinanbaugebiet gemacht und einen Stop bei der Stratus Bodega eingelegt. Wir wurden mit stimmungsvoller Livemusik empfangen und nahmen uns dann erstmal viel Zeit, um die aufwendig gebaute Krippe zu inspizieren. An der Stelle sagen Bilder mehr als Worte, und was nachgebaut wurde, habe ich ja schon weiter oben ausgeführt. 

Wir drehten noch eine Runde durch den dazugehörigen Bodegaladen, in dem neben dem Wein noch regionale Köstlichkeiten, Souvenirs und regionale Mode-Accesoires angeboten wurden. Cornelia konnten einem preisgekrönten Käse nicht widerstehen, aber der, wie sie selbst sagte, der teuerste Käse ist, den sie je gekauft hat. (Glücklicherweise schmeckt er auch richtig gut.)

Wir hörten noch ein wenig der Band zu und machten uns dann auf den Weg zur nächsten Bodega, die nur einen größeren Steinwurf von Stratus entfernt ist.

Angekommen bei der Bodega Geria, fanden wir das leckere grobe Salz (hier bezahlbar) aus der Inselsaline zum Verkauf und stöberten durch den Weinverkauf. Aber auch hier gab es leider keinen Spumante, und den trinken wir doch als mal gerne. Alsbald lockte uns Gesang und Gitarrenmusik nach draußen. Traditionelles kanarisches Liedgut wurde stimmungsvoll von einem Männerchor mit vielen Gitarren und phantasievollen Rhythmusinstrumenten dargebracht. Wir setzten uns zu den Fans und genossen den einzigartig schönen Ausblick ins Vulkangebiet, die Musik, die teilweise tanzende Menge und die wärmende Mittagssonne.

Jeden Samstag gibt es diese musikalischen Veranstaltungen, bei verschiedenen Bodegas. Nun wissen wir jetzt schon, was wir am nächsten Samstag wieder machen werden.

Ansonsten ist Weihnachten jetzt gelaufen, auch in Spanien. Am Tag der Heiligen Drei Könige bekommen die Kinder ihre Geschenke, danach verschwindet auch hier die Weihnachtsdekoration so langsam aus dem Stadtbild.

An Bord standen in der letzten Woche ein paar Unterhalts-und Verbesserungsarbeiten an. Ich habe die beiden großen Genuawinschen in ihre Einzelteile zerlegt, gründlich gereinigt, frisch gefettet und wieder zusammengesetzt. Bei den großen Winschen ist das eine sehr zeitaufwendige Prozedur. Doch es  gibt noch ein paar weitere Fortschritte zu vermelden. Die neuen Batterien sind eingebaut und liefern ab jetzt den Strom und halten auch bei hohem Verbrauch ihre Spannung über 25, 6 Volt. Die dazugehörige Regelelektronik wie das Batterie-Management-System und der Cerbo, der die Daten übermittelt, arbeiten ebenfalls tadellos. Kurzfristig haben wir uns schon vor Weihnachten entschlossen, das Batteriesystem mit einer weiteren, also einer dritten Batterie zu erweitern. Die soll kommende Woche kommen und muss dann nur noch in das bestehende System integriert werden. Ich werde bald mal über das komplette Batterie-Setup ausführlich berichten, wenn es komplett ist.

Ein Geräusch, das Freude macht: So schön klappert die frisch gereinigte und geölte Sperrklinke:

Der lokale Motormechaniker will am Montag nochmal vorbeikommen, weil das Impellergehäuse auf magische Weise immer noch leckt, und an dem Punkt, zwei Monate nach der Wartung, mal endlich Ruhe herrschen muss, sonst schwillt mir der Kamm, wie man so schön sagt.

Nächste Woche rauscht nochmal ein Tiefdruckgebiet mit Regen und Gewitter im Gepäck durch. Wir liegen ja gut hier in Puerto Calero, und erst, wenn die neuen Solarpanele installiert sind können wir wieder ans Segeln denken. Obwohl es so langsam in den Fingern kribbelt, so ein lange segellose Zeit ist nichts für mich. 

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Leise

…rieselte der Schnee am Abend vor unserem Rückflug nach Lanzarote und verzauberte unseren kleinen Garten in ein weißes Winter Wonderland.

Am Tag davor haben wir alle Weihnachtsdekoration in die Kisten gepackt, den Weihnachtsbaum entschmückt, und ihn schließlich in den Garten verfrachtet. Danach galt es das hinterbliebene Nadelmeer auf dem Fußboden zu beseitigen und die Wohnung wieder auf Vordermann zu bringen. Wie ein eigentlich frischer Tannenbaum, nach gerade mal neun Tagen im heimischen Wohnzimmer, so arg nadeln kann, ist mir ein Wunder. 

Aber egal, die Koffer waren rechtzeitig gepackt und wir abholbereit und abflugklar. Doch durch einen medizinischen Notfall in der Nachbarschaft unseres Schwiegersohnes mussten wir mit unserem Auto los, da die Straße dort durch die Rettungswagen blockiert war. Dabei habe ich wohl in der plötzlichen Hektik mein Telefon zuhause liegen lassen, und das erst kurz vorm Flughafen bemerkt. Ich nahm den Umstand halbwegs gelassen zur Kenntnis, denn wir haben noch ein altes Ersatztelefon an Bord, und ich habe mir schon vorgestellt, wie ich in den nächsten Wochen ein Smartphone freies Leben führe (das kann man sich aber gar nicht vorstellen Anm. d. R.). Doch wie es der Zufall so wollte, bekam die Capitania kurz nach dem Passieren der Security eine Nachricht auf ihr Telefon, dass unser Flug 1,5 Stunden Verspätung hat. Diese Chance musste ich dann schon nutzen, um doch mit meinem Telefon nach Lanzarote zu fliegen. Ein kurzer Anruf beim Schwiegersohn, der sich sofort bereit erklärte, das Telefon zuhause abzuholen, und ein kurzes Gespräch mit den Security Mitarbeitern, die uns wieder in den offenen Flughafen-Bereich schleusten, reichten . Eine knappe Stunde später hatte ich mein Mobiltelefon wieder in den Händen. Ein bisschen Abenteuer ist ja ganz ok. Danke an Johannes.

Jetzt sind wir wieder auf dem Boot, haben Sylvester mit unseren lieben Freunden an Bord gefeiert und erfreuen uns an den wärmeren Temperaturen. Obwohl es in den letzten Tagen wettermäßig sehr wechselhaft ist für hiesige Verhältnisse. 

Lanzarote verwandelt sich zusehends  zur grünen Insel, in den letzten Wochen hat es hier, nach den trockenen Wintern der letzten Jahre, außergewöhnlich viel geregnet. So grün haben wir unsere Insel noch nie erlebt. Überall wächst und gedeiht es, und es gibt viele wild blühende Blumen. Als ob es nicht schon genügend Regen gegeben hätte, liegt die atlantische Tiefdruckbahn in diesem Winter anscheinend so weit südlich, dass Lanzarote immer wieder von diesem windigen und feuchten Wetterphänomen gestreift wird.

Heute waren wir mal wieder Wellen gucken, denn das jetzige Tief bringt eine Sturmfront mit hohen Wellen mit sich. Dieses Spektakel lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Rolf und Cerstin waren mit von der Partie, und in der Umgebung von La Santa bewunderten wir die anrollenden Wassermassen und die brechenden Wellen. 

Die nächsten Tage werden mit 17-18 Grad recht kühl, die Dieselheizung an Bord funktioniert, und die langen Hosen stehen im Moment höher im Kurs als die Shorts. 

Zum Schluss wollen wir es nicht versäumen, all unseren Lesern und Freunden ein wunderbares neues Jahr mit Glück, Freude und Gesundheit zu wünschen.

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Feliz Navidad

Noch sind wir im derzeit kalten und windigen Deutschland, haben anlässlich der längsten Nacht den Beginn der längeren Tage mit vielen Freunden bei uns im Garten gefeiert.

Heute ist Heilig Abend, die Krippe ist aufgebaut, das Engelsorchester schaut auf den Maestro und der Tannenbaum ist geschmückt, die eingepackten Geschenke liegen darunter. Alles ist bereit für die große Familien-Weihnachtsfeier mit unseren Kindern und Enkelkindern, die bei uns traditionell am 25. Dezember stattfindet.

Wir wünschen unseren Freunden, wo auch immer Ihr auf der Welt oder den Weltmeeren sein mögt, ein fröhliches Weihnachtsfest mit Euren Lieben und friedliche letzte Tage in diesem Jahr 2025.

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Last Minute

Mit dem Einbau und dem Anschluss unserer neuen Batteriespeicher sind wir bis zum Abflug nicht soweit gekommen, wie wir uns das gewünscht haben. Es fehlen noch passende 95 Quadratmillimeter dicke Zuleitungskabel, es fehlen passende Sicherungen. Ein Tag vor unserem Abflug haben wir und das Einbauteam dann noch über zwei neue Zuleitungskabel von den Alpha Pro Steuergeräten, 1eines je Motorraum, gesprochen. Diese kleinen elektronischen Regler zeigen den Lichtmaschinen an, ob und wann sie Batterien laden sollen und wieviel Ampere eingeladen werden sollen. 

Bisher ist das so, dass bei den AGM-Batterien, nur bei einer höheren Motordrehzahl, viele Ampere in die Batterien geflossen sind. Man muss wissen, dass bei höherer Drehzahl, durch die kleinen Schaufelrädchen an der Lichtmaschine, die Lichtmaschine dann auch ausreichend gekühlt wird. Die zukünftigen Lithiumphosphatbatterien sind dagegen so energiehungrig, dass sie schon im Standgas maximal viel Ampere aus der Lichtmaschine saugen. Häufig führt das zum frühen Tod der Lichtmaschinen wegen Überhitzung. Damit das nicht geschieht, muss jeweils ein neues Kabel von der Lichtmaschine zum neuen Batteriemanagementsystem, das nennt sich  „Cerbo“ bei der Firma Victron, verlegt werden. Das besagte Kabel hätte man, bzw. ich schon lange verlegen können, da war die Planung aber wohl nicht so top. 

Jedenfalls, einen Tag vor der Abfahrt ist klar, dass ich noch die Kabel verlegen muss. Last Minute eben. Und damit es dann echt spannend wird mit dem pünktlichen Erreichen des Flugzeugs, standen Material und  Helfer am Tag des Abflugs auf der Matte. Und da muss man sagen, dass das nachträgliche Kabellegen in der Hexe wirklich spitzenmäßig von Outremer geplant und damit relativ simpel ist. Man muss nur nur die Wege kennen und das ist nach all den Jahren glücklicherweise der Fall. Und trotzdem steckt manchmal der Teufel im Detail. 

Egal wie ,um 11.20 Uhr waren beide Kabel mit viel Hektik und ein bisschen Aufregung erfolgreich verlegt. Um 11.25 Uhr war ich frisch geduscht, um 11.30 Uhr saßen wir im Auto, auf dem Weg zum Flughafen und kamen dort nach Abgabe des Leihautos um 11.50 an. Kurz nach zwölf Uhr warten wir auf das Boarding, das fünf Minuten später los ging. Just in Time! 

Jetzt sind Boot und Atlantik ein paar tausend Kilometer entfernt und das Vorweihnachtsfieber hat uns gepackt. Am Tag nach der Ankunft in Deutschland kommt das ganze Dekomaterial und die Lichterketten aus den tiefsten Tiefen des Kellers ins heimische Wohnzimmer und anschließend an ihren Platz. Drinnen oder Draußen. Was für ein schöner abendlicher Lichterglanz in Haus und Garten. 

Obwohl ich ja mal wieder nicht vom Boot weg wollte, hat mich das Vorweihnachtsgewusel voll in seinen Bann gezogen. Es gibt ja noch soviel zu tun. Geschenke für die Kinder und Enkel besorgen, das Essen planen, die Wintersonnenwendfeier organisieren…

Das erste winterlicher Gänseessen liegt auch schon hinter uns und mein sich langsam leerender Adventskalender zeigt uns deutlich an, dass sich das Weihnachtsfest 2025 schnell nähert.

Wir wünschen allen, die in diesen wuseligen Tagen noch Zeit haben unseren Blog zu lesen,  eine fröhliche Vorweihnachtszeit!

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Feiertage

gibt es reichlich auf den Kanaren, und es scheint immer, als hätten sie dort viel mehr davon als in Deutschland. Das stimmt nicht ganz, weil wir zum Beispiel an Weihnachten und Ostern mehr freie Tage haben als die Spanier. Jedoch gibt es so viele regionale  Feiertage, die – für uns – immer unerwartet auftauchen. So zum Beispiel der 8. Dezember, Mariä Empfängnis, den wir absolut nicht auf dem Schirm hatten. Denn eigentlich sollten morgen noch ein paar Dinge am Boot gemacht werden.

Heute haben wir den zweiten Advent, draußen scheint die Sonne am wolkenlosen Himmel, und es hat Mittagstemperaturen von 25 Grad. Volker macht das Unterwasserschiff sauber, das geht auch nur bei einer erträglichen 21-Grad-Wassertemperatur, nachdem er heute morgen schon im Motorraum gewerkelt hat, ein fleißiger Mann! Vorhin waren wir mit dem Beiboot in der Bucht vor der Marina, wo ganz viele Leute im Meer badeten. Ich sitze jetzt im Sommerkleidchen am Kartentisch, und gestern kam zuhause der Nikolaus!

Am ersten Advent jedoch haben traditionell wir mit Freunden am Nachmittag  gefeiert, mit Kaffee und Käsekuchen, es gab auch selbst gebackene Plätzchen und eine goldene Kerze mitten auf dem Tisch. Später aber musste auch eine Buddel Cava dran glauben, da war der Kaffeedurst schon gestillt.

Es fühlt sich seltsam an, im T-Shirt Plätzchen zu backen, und man muss beim Ausstechen des Teigs höllisch aufpassen, dass man nicht zu lange damit rummacht, denn wenn der Teig zu warm wird, bekommt man die Teilchen kaum noch heil aufs Backblech. 

Schon vor dem ersten Advent hat Volker unsere gesamte Weihnachtsbeleuchtung angebracht, der wiederverwendbare Tannenbaum, geschmückt mit den immer gleichen Kugeln, leuchtet ebenso wie die Lichterkette. Und dieses Jahr habe ich es – mit der tatkräftigen Hilfe von Ulrike – geschafft, einen Adventskalender für Volker aus Streichholzschachteln herzustellen. (Ulrike hat jetzt bei sich zuhause ein paar hundert Streichhölzer, leider ohne Schachteln.)

Ich habe allerdings auch ein Adventsgeschenk bekommen, denn am Samstag vor dem ersten Advent waren wir im Auditorium der Jameos de Agua, eine Umgebung, geschaffen von César Manrique, dem Künstler von Lanzarote schlechthin. Der Saal ist ein natürliches Auditorium in einem Teil einer Vulkanhöhle, mit einem unglaublichen Klang, einer sensationellen Akustik. Wir haben dort ein Ballett gesehen, „Dique“, über einen Deichbau in Galizien, der im wesentlichen von 200 Frauen hergestellt wurde, die die gleiche Schwerstarbeit wie Männer für einen deutlich niedrigeren Lohn machten. Das Ballett war eine Mischung aus zeitgenössischem Stil und galizischen Tänzen. Die Musik passt sich dem Tanzstil an, oder die Tänzerinnen  sich der Musik, das war großartig und beeindruckend. Ein wunderschönes Spektakel in einer gewaltigen Umgebung!

Bei unserem  letzten Champagne Friday des Jahres hat Volker uns mit mexikanischen Tortillas bekocht, was großen Zuspruch fand. Wir hatten zehn Freunde zu Gast, und mit zwölf Menschen haben wir gerade so an unseren Tisch im Cockpit gepasst. Die Champagne Fridays richten wir immer mal wieder aus, und die Zusammensetzung ist immer mal wieder anders, je nachdem, wer gerade auf der Insel ist, Zeit hat, usw. Diesmal hatten wir als “Neuheit” ein junges Paar bei uns, Selma und Max, die gerade ihren Segelschein gemacht haben, und in Zukunft die Reisen im T3 VW-Bus mit einem Leben auf dem Wasser tauschen wollen.

Ein besonderes Highlight war, das Jörn mit seiner Gitarre gekommen war, und uns wieder mit seinen wunderschönen eigenen Kompositionen erfreut hat. Und zum Schluss gab es den uns bereits bekannten Rausschmeißer die Hommage an “Hannelore”, bei dem alle Gäste mitsingen dürfen. Dank an Jörn, dass ich hier einen zusammen geschnittenen Teil des kleinen Konzerts in einem Video präsentieren darf.

Und damit nicht genug der Höhepunkte, gestern durften wir mit Evelyn und Horst auf ihrer wunderschönen „Lippischen Rose“ mit nach Rubicon segeln, der schwache Wind vom Anfang frischte am Ende auf, und das “Röschen erreichte mühelos 8,9 also fast neun Knoten. Es war ein schöner Samstags-Törn, danke an Euch beide, Evelyn und Horst, wir haben es genossen, nach langer Zeit mal wieder auf einem Einrumpfer unterwegs zu sein.

Am Dienstag fliegen wir dann in die – hoffentlich – richtige Weihnachtsstimmung. Und bei den vorhergesagten 14 Grad werden auch wir es bei einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt aushalten.

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Jetzt …

… geht es Schlag auf Schlag voran mit den Erneuerungen und Verbesserungen an unserer Hexe.

Seit einer Woche sind die neuen Axiom Plotter eingebaut, und Cornelia ist täglich damit beschäftigt, sich durch die unendlich vielen Menüpunkte und Unterverzeichnisse zu wühlen. Es gibt soviele neue Funktionen und Features zu entdecken. Allein der Menüpunkt „Seekarte“ bietet zahlreiche  Funktionen, die  die vorhergehende Es-Serie nicht hatte. Einen davon finden wir besonders gut, auf der Seekarte kann nun in einer Ecke die komplette Tastatur des Autopiloten, virtuell eingeblendet und natürlich auch benutzt werden. Somit könne wir nun unser Schiff komplett vom Salon aus steuern. 

Was auch auffällt, ist die Brillanz und der Kontrast der Bildschirme. Selbst im hellsten Sonnenschein sind die dargestellte Seekarte und die Symbole tadellos sichtbar. Da wir seit vielen Jahren an die Handhabung der Raymarine Plotter gewöhnt sind, macht es natürlich viel Freude, die Geheimnisse der  neuen Plotter durch Try and Error zu entlocken. Alternativ könnten wir natürlich auch 660 Seiten Bedienungsanleitung lesen, oder?

… mit Zertifikat!

Unsere Rettungsinsel ist seit heute, frisch geserviced mit entsprechendem Zertifikat, wieder an Bord und in ihrem Staufach solide angeleint. Drei Jahre lang ist das Prüfzertifikat bei ISO Rettungsinseln gültig, ein weiterer Punkt auf der To-Do-Liste, der abgehakt werden kann.

Sehr schön gemacht, die neuen Polster

Ebenfalls heute kamen unsere neuen Polster für die Sitze an den Außen-Steuerständen an. Wir sind begeistert, man sieht zum einen fast keine Farbabweichung zu den anderen Cockpitpolstern, und zum anderen haben sich Mitarbeiter von der Tapiceria Gabi in Arrecife deutlich sichtbar sehr viel Mühe bei den Nähten gemacht, die echt hübsch und edel aussehen. 

Weiterhin haben wir mal, als eine Art Versuchsballon, einen Schaumkern von unseren Salonpolstern erneuern lassen. Das Resultat hat uns so überzeugt, dass wir nun auch bei den beiden anderen  „alten“ Salonpolstern die Schaummatratze austauschen wollen. Als Kernmaterial für die Sofas haben wir uns für den Schaumstoff mit dem hohen Härtegrad D40 entschieden, ein gänzlich neues Sitzgefühl!

Zwei weitere Winschen sind noch komplett gereinigt, neu gefettet und die Sperrklinken mit einem Marineöl eingesprüht. Ein Job, für den man Zeit, Muse und Geduld haben muss. Und die Geduld … …

Noch verpackt, die neuen Batterien

Die nächste Baustelle im Arbeitsplan sind unsere Verbraucherbatterien. Bereits auf der Fahrt von Guernsey nach Lanzarote hatten wir zweimal ein komplettes Batterieblackout. Die Spannung ist von einer Minute auf die andere von 25 Volt auf 20 Volt abgesackt. Wir haben uns daher entschlossen, endgültig Abschied von den bisher eingebauten normalen Blei-Säurebatterien zu nehmen und auf Lithium Eisenphosphat-Batterien umzustellen. Die Batterien und weitere Komponenten, die zum Einbau nötig sind, sind mittlerweile in Puerto Calero eingetroffen. Der Einbau der Victron-Batterien soll voraussichtlich in der kommenden Woche erfolgen und wird zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen, an denen das  Boot komplett stromlos sein wird. 

Wir sind schon sehr gespannt, wie, beziehungsweise ob sich unsere bisherige Batteriebilanz unter den verschiedenen Aspekten wie Sonnenscheindauer, Sonnenwinkel, und Energieentnahme zu dem bisherigen Batterietyp verändern wird. Wir hoffen sehr auf mehr Spannungsstabilität und verbesserte Kalkulierbarkeit bei den neuen und teuren Lithiumbatterien.

Trotz Kalima- Wanderung nach Playa Quemada

Mit Birger und Kirsten habe ich in der letzten Woche ein paar Wanderungen unternommen. Nach Puerto del Carmen und nach Playa Quemada, beide Wanderungen führten uns direkt  an der schönen Steilküste lang. Und ein Besuch meines Lieblingsvulkan, der Caldera de los Cuervos, darf natürlich nicht fehlen. Durch unterschiedliche Lichtverhältnisse sieht es in dem Vulkankrater und der gesamten Vulkanlandschaft im Timanfaya Vulkangebiet natürlich immer anders aus. Für mich einer der schönsten Orte für Wanderungen auf Lanzarote überhaupt. 

Und dann hatten wir noch einen wunderschönen Tag vor Anker, vor den malerischen Papagayostränden mit zehn lieben Freunden an Bord. Der Wind hat bei diesem Ausflug zwar gefehlt und die Dieselmotoren mussten ran. Dafür hat uns Cornelia mit einem schön gedeckten Mittagstisch, voll mit leckeren Köstlichkeiten, sehr verwöhnt. Wir alle haben bei milden Temperaturen ein Bad im blauen Meer genossen, pure Harmonie.

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Solotörn

Unser Großsegel ist wieder angeschlagen. Ingesamt 20 Nähstunden haben die Segelmacher benötigt, um das 124 Quadratmeter große Segel komplett zu überholen. Das Segeltuch am Achterliek ist erneuert, zwei Lattentaschen sind wieder fest angenäht und mein Provisorium entfernt worden, eine ebenfalls provisorisch erneuerte Naht ist final ersetzt. Wegen der Dicke des Segels an den Liekecken musste sogar teilweise von Hand genäht werden. 

Einen Tag vorm Durchzug des Tiefdruckgebietes in der letzten Woche, haben wir, zusammen mit Alvaro und Leo von der Segelmacherei Ullmann Sails, das Segel wieder angeschlagen. Zwei Stunden harte Arbeit, bis die Mastrutscher, die Mastschiene, die Reffleinen, die riesigen Segellatten, die Unter- und Vorliekstrecker sowie der Block und das Großfalls fest montiert waren. Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wind, der Gott sei Dank an dem Tag nicht existent war.

Unser ausdrücklicher Dank geht an Alvaro Requena und Leo von AGR Marine/Ullmann Sails. Die ganze zeitliche Planung wurde präzise eingehalten, und alle Arbeiten absolut top und tadellos ausgeführt. Wer den Support von Alvaro benötigt, der eine Ausbildung als Naval Architect hat, und in allen Fragen rund um Segel, Leinen und Deckhardware beraten kann, findet mehr Informationen unter www.agrmarine.com. Oder sendet eine Mail an alvaro@ullmansails.com

Vorgestern bin ich mit Wes, Gerry und Birger einen Nachttörn nach Las Palmas de Gran Canaria gesegelt. Grund der Reise war eine Reparatur auf einem foilenden Katamaran, der in die Antarktis will und einen neuen umbauten Schutz  fürs Cockpit für diese besondere Reise benötigt.Wir sind auf der Lagoon 570 “Time” von Wes früh am Abend in Lanzarote los und pünktlich  zum Sonnenaufgang des folgenden Tages in Las Palmas angekommen. Glück hatten wir mit dem Wind, der uns mit 15-21 Knoten aus Nord, bei perfektem Windwinkel, nach GranCanaria schob.

Mein Finger …

Pech hatte ich mit meinem Ringfinger an der rechten Hand, der aus Unvorsichtigkeit zwischen Winschtrommel und Großfall eingeklemmt wurde. Schmerz lass nach! Bisher habe ich derlei Ungemach immer nur von anderen Seglern erzählt bekommt, jetzt hat es mich selbst erwischt. So ein Mist! Selbst Schuld, aber vielleicht auch der Umstand, dass der Schalter für die Winsch mit dem Fuß bedient wird. Bei uns an Bord werden alle Winschtaster mit der Hand bedient. Beide Hände  sind näher beisammen als Fuß und Hand, und so wird ein versehentliches Anschalten der Winsch durch einen Tritt mit Fuß auf den Schalter unwahrscheinlicher, wenn die Hand dazwischen ist. Glück im Unglück, der Finger ist noch dran. Wäre viel Last auf dem Fall bei beispielsweise mehr Wind gewesen, hätte das wahrscheinlich anders ausgesehen. 

Jedenfalls ging es für Birger und mich, nach einem Besuch in der wundervollen historischen Altstadt von Las Palmas, mit dem Inselflieger wieder zurück nach Lanzarote. Die Überschrift „Solotörn“ bezieht sich natürlich mehr auf den Umstand, dass ich ohne meine geliebte Cornelia, beziehungsweise ohne unsere vertraute Hexe unterwegs war.

Birger und Kirsten sind für ein paar Tage zu Gast an Bord und erkunden heute ohne uns die Insel. Cornelia bastelt mit Jan an den inzwischen angekommen Seekartenplottern rum. Und ich hole Schlaf vom Nachtttörn nach. Inzwischen hat der Herbst Einzug gehalten, es regnet immer mal wieder. Das Quecksilber steigt nur noch bis auf 22 Grad und die Nächte sind mit 15 Grad doch recht kühl.

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