Ankunft auf Madeira

Nach dem eher aufregenden Start waren die nächsten Stunden unserer Überfahrt nach Madeira eher unspektakulär. Segeln und motoren wechseln sich ab.

Taube Andrea hat uns am Abend vorder Ankunft auf Madeira verlassen. Zunächst hat sie ein paar Flugübungen gemacht, dann hat sie sich getraut. Ob sie lieber auf das nahe Fischerboot mit Ziel Frankreich wollte, oder sich auf den Ilhas Desertas, den verlassenen Inseln, niederlassen will, steht in den Sternen, vielleicht ist sie ja zu den Kanaren zurückgeflogen, von wo sie abstammt.

Wir jedenfalls haben nach 48 Stunden auf See um  11:47 in Quinta do Lorde an der Tankstelle angelegt, es waren 230 sm, davon sind wir ca. 16 Stunden gesegelt, aber eben auch 32 Stunden unter Motor gefahren. Für den nächsten, größeren Schlag wurden alle Kanister voll gemacht und die beiden Tanks wieder aufgefüllt, das waren satte 511 Euro, billig ist das Diesel hier auch nicht mit 1,87 € pro Liter.

In der Marina wollten wir für 106 € pro Nacht nicht bleiben, sie ist nicht besonders einladend und in dem großen Hyatt Hotel ist man als externer Gast in den Restaurants auch nicht willkommen, wir sind wieder auf unseren bereits erprobten Ankerplatz in der Ensenada da Ambra gefahren, und haben mit dem Beiboot einen Ausflug zur Marina gemacht, um ein bisschen einzukaufen und uns die Beine zu vertreten. Auf dem Weg mussten natürlich wieder einige Höhlen von See aus besichtigt werden, das ist so gar nicht meins, ich finde das immer ein bisschen unheimlich.

 In dieser Nacht haben wir sehr ruhig geschlafen, außer uns war nur ein französischer Einrumpfer in der Bucht, und ein Stück weiter draußen lag eine Superyacht mit Namen Capricorn ebenfalls vor Anker.

Viele tapfere Menschen wandern  on der Nähe der Marina bis zum Miradouro São Lourenço, einige schon früh um vier mit Stirnlampen, andere abends zum Sunset. Das sind auf dem Hinweg ca. dreieinhalb Kilometer und 220 Höhenmeter. Die „Fußfaulen ;-)) nehmen, statt alles wieder zurück zu laufen, das Wassertaxi ab dem Café bei m Leuchtturm.

Wir machen das heute mittag bei einen Ausflug mit dem Dinghy, um die Schönheiten der Bucht aus der Nähe anzuschauen. Anfangs gab es einen größeren Schreck, an einer Stelle kurz vor dem Land, wo das Wasser so schön sprudelte und über die vorliegenden Felsen wieder ablief, ging der Motor aus, im Rückwärtsgang. Die Schaltung lies sich aber nicht mehr in neutral zurückstellen, und so konnte der Motor nicht gestartet werden. Und wir trieben immer näher auf die Strudel und Felsen zu. Jetzt schnell die Paddel nehmen und weg von dem Sog. Es war gar nicht o einfach, weil natürlich Strömung und Wind das Paddeln schwer machten, aber schließlich konnten wir an einer der zahlreichen ausgelegten Bojen festmachen, und Volker schaffte es natürlich, nachdem er den Deckel vom Motor abgenommen hatte, die Schaltung auf Neutral zu stellen. 

Zuerst hatte ich die Schnauze voll von der Idee der Dinghy Tour, aber Volker war nicht zu erweichen, und es hat sich auch wirklich gelohnt. Die Felsformationen auf Madeira gleichen denen auf Lanzarote nicht, obwohl die Insel ebenfalls vulkanischen Ursprungs ist. Aber hier gibt es zwischendurch bunte Schichten aus dunklen Basaltformationen, rotem Tuffgestein und helleren Trachyt-Ablagerungen, wie uns nach unserem Grübeln die KI erklärt hat. 

Wir sind mit dem Dinghy bis zum östlichen Ende der Insel gefahren, wo auf einer  kleinen vorgelagerte Insel, der Ilha do Farol der einsame Leuchtturm steht. Die Leuchtturmwärter mussten mit dem Boot hierher gebracht werden, es gibt auch Wohngebäude, jetzt wird der Leuchtturm allein mit Solar betrieben und es werden auch keine dort wohnenden Wärter mehr gebraucht.

Tatsächlich sieht das alles, die Felsen, die Buchten, das Gestein so wunderschön aus, dass ich hunderte Fotos gemacht habe. Und die Strudel, die beim Aufschlagen der Wellen an den kleinen und großenGesteinshöhlen entstehen, sind einfach nur sensationell, und davon gibt es dann kleine Filme. Der Osten von Madeira ist in der Tat, ein echtes Naturparadies!

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Pfingstsonntag, 24. Mai 2026

Baro 1016, diesig, 22°, Wind anfangs wechselhaft, später NO bis N um 3 bis 5 Beaufort

Logge 9230, Motor rechts 1270,4, links 1251,7 h, Dieseltank voll

10:30 verlassen wir Puerto Calero nach einem Stopp an der Tankstelle, wo wir nicht nur die zwei Dieseltanks auffüllen, sondern auch noch vier Kanister, denn in der Wettervorhersage ist eher schwacher nordnordöstlicher Wind angesagt. Unter Motor fahren wir an Playa Quemada vorbei, um die Ecke an den Papagayo-Stränden entlang, Playa Blancq liegt im Kalima-Dunst, und ab dem südwestlichem Ende der Insel am  Leuchtturm Pechiguera werden die Segel gesetzt, noch fahren wir außerdem mit Hilfe der Motorkraft.

Um 15 Uhr kommt die Genua raus, der Motor darf ein bisschen schlafen, aber das dauert nicht lang. Dieses Spiel spielen wir bis zum Abend, Genua rein, Motor an, Genua raus, Motor aus. Der aktualisierte Wetterbericht um 19 Uhr bestätigt unsere Befürchtungen, der Wind dreht immer weiter nördlich, mal mehr, mal weniger. 

Zum Essen gab es heute leckere Tortellini alla panna, Volker hat gekocht, obwohl die See heute sehr ruppig ist und man – vor allem ich – mich überall festhalten muss, um nicht gegen die Möbel oder aufs Sofa zu fallen.

Nach dem Essen hat der Wind aufgefrischt und auf nette 50-60 Grad Windeinfallswinkel gedreht. Also wird mal wieder ab 21:10 gesegelt. Tatsächlich nimmt der Wind immer weiter zu (das hat keiner meiner Wetterberichte vorhergesagt), daher muss in die Genua Reff 1 eingebunden werden.

Das ist auch für eine Taube zu viel, „Andrea“ denkt sich, sie könne mit der Fähre nach Madeira fahren. Andrea deswegen, weil bei Tauben das Geschlecht ganz schwer zu bestimmen ist, und Andrea gibt es – vor allem im Deutschen – als weiblichen Vorname – und in Italien heißen viele Männer so. Jedenfalls ist sie erstmal bei uns ins Cockpit geflogen, dann kam sie tatsächlich rein und setzte sich nach einer Weile auf den Küchenblock. 

Das Wasser und die Sonnenblumenkerne hat sie kurz angerührt, sie war offensichtlich sehr müde und hat die Nacht dankbar, still und schlafend bei uns verbracht. Am nächsten Morgen, beim Hellwerden ist sie jedoch aktiv geworden, sie hat auf Taubenart gegurrt, die Kerne gegessen und wollte dann das Boot erkunden, spazierte unter das Salonbett, und hätte am liebsten auch die Rümpfe inspiziert. Das ging ja nun zu weit, jetzt musste sie wieder raus ins Cockpit. Auch dort hat sie Futter und Wasser bekommen, und war offensichtlich beleidigt, dass sie draußen bleiben musste. Es hätte noch gefehlt, dass sie an die Scheibe geklopft hätte, aber sie stand auffordernd davor. Mittags hat sie einige Flugübungen begonnen, war weg, kam aber immer wieder und trippelte von dem Landeplatz auf unseren Solarpaneelen in den Schutz des Cockpitzeltes.

22:20 Uhr: Der Wind hatte aufgefrischt auf scheinbaren Wind von über 22 Knoten, als plötzlich ein lautes „Bäng“ ertönt. Ich hatte gedacht, das sei nur eine besonders grobe Well, die von unten an das Brückendeck geschlagen hat, aber Volker ist sofort rausgestürzt und hat gesehen, dass deie Leine des Unterliekstreckers gerissen war. Natürlich passiert  so etwas immer in der Nacht, im Dunkeln. 

Wir haben das Großsegel abgelassen und Reff 1 einngebunden, dann hat Volker die gerissene Leine am Unterliekstrecker repariert. Mir gefällt das ja gar nicht, wenn er da oben auf dem Dach herumturnt, ich schaue ihm dabei immer ziemlich gestresst zu, habe aber eigentlich unerschütterliches Vertrauen in ihn, bei allem, was mit Booten zu tun hat. (Sonst natürlich auch, aber hier besonders.)

Mit diesen beiden Reffs und einem Windeinfallswinkel von rund 60 -70 Grad fährt die Hexe im Vergleich zum anfänglichen Motoren viel ruhiger. Wir können sogar immer wieder ein bisschen anluven, das wird uns bei dem für morgen vorhergesagtem Nordwind sehr gut passen. Bis ca. 04:00 Uhr hält der Wind an, die Hexe segelt schnell mit 7-8 Knoten, aber dann wird der Windeinfallswinkel wieder spitzer, der Wind lässt nach, der Motor muss mit schieben.

Gegen 23 Uhr habe ich begonnen, mich zum Schlafen fertig zu machen, habe mir gerade die Zähne geputzt, als ich eine Welle aufs Deck schlagen höre. Danach kam eine noch stärkere und plötzlich stand ich unter der Salzwasserdusche. Offensichtlich hatten wir die Luke geschlossen, aber sie nicht mit den beiden Griffen verschlossen, und die Welle war stark genug, das Glas hochzuheben. Oh je!!!

Glücklicherweise hatte ich die Tür geschlossen, sonst wäre auch noch der ganze Flur nass gewesen, mit den Bilgen darunter, wo sich viele unserer Vorräte befinden. Erst mussten mal die Wassermassen mit den Handtüchern aufgenommen werden, dann einmal mit Süßwasser abgewischt, wir waren eine Weile beschäftigt.

Das war genug Aufregung für den ersten Tag unserer Reise gen Norden, für den Rest wünschen wir uns 13 bis 14 Knoten Wind aus 70 – 90°. Träumen darf man ja.

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Was sich so alles auf der Insel zugetragen hat

Wes mit Drink im UpperDeck

Die „Im Sommer-nach-Hause-Reisende“ sind nun alle weg, von unseren Freunden sind nur noch wenige auf der Insel (aber ganz besonders liebe Freunde). Trotzdem wird es uns nicht langweilig. Mit Roisin und Wes haben wir nette Abende bei gemeinsamen Restaurantbesuchen verbracht, als wir alle keine Lust zum Kochen hatten. Nun sind diese beiden auch noch für eine Woche im Urlaub in Maribor, da machen wir die Leinen los und legen ab.

Aber hier nun der Bericht der letzten Aktivitäten:

Zunächst habe ich mit den SD-Karten für unseren Plotter gekämpft, auf denen die Seekarten gespeichert sind und die ich gerne vor größeren Fahrten aktualisiere. Die eine Karte von „Lighthouse“, die in dem neuen Axiom-Plotter war, als wir ihn eingebaut bekommen haben, ließ sich nicht aktualisieren, weil wir keinen Voucher dazu auftreiben konnten.

Unsere „Navionics“-Karte war plötzlich nicht mehr lesbar, weder im Plotter, noch in meinem Laptop. Wahrscheinlich habe ich sie selbst zerstört, als ich sie aus dem Plotter nicht ordentlich software-mäßig ausgeworfen habe, als ich sie entfernen wollte. Glücklicherweise hat Federica von Navionics mir schnell und unkompliziert geholfen, und ich konnte das Abo auf eine ältere, abgelaufene SD-Karte übertragen. Und – noch mehr Glück im Unglück –  ich hatte im November, lange nachdem wir auf Lanzarote angekommen waren, eine Sicherung der Routen, Wegpunkte und Tracks  auf meinem Laptop gespeichert, und konnte ebenfalls alles auf das neue Gerät übertragen. Soviel zu meiner nervenaufreibenden Denkarbeit. Jetzt muss ich mich nur noch mit dem neuen System vertraut machen, weil ja doch wieder vieles anders ist.

Körperlich, nicht nervlich anstrengend war Volkers Vorhaben. Unter der Ankerkette liegt, zum Schutz des Decks, eine lange Leiste aus festem Kunststoff. Diese sollte, ausgetauscht werden. Zuerst mussten alle Schrauben gelöst werden, dazu stand Volker im Beiboot unter der Leiste und schraubte die Befestigungen mit der Nuss, und ich kniete oben auf Deck und hielt die Schrauben fest, dass sie nicht durchdrehten. Dann waren sechs Kunststoffteile los, sie wurden nummeriert, und ab in Wes’s Werkstatt, um neue Teile zuzuschneiden, und die Löcher an den entsprechenden Stellen zu bohren. Dann ging es für Volker wieder ins Dinghy, und für mich auf die Knie, um den umgekehrten Weg zu gehen,  alles wieder fest zu schrauben. Anschließend hatte Volker Rückenschmerzen, und meine Knie waren malträtiert, ich konnte drei Tage keine Yoga-Übungen mehr auf Knien machen. 

Aber es gab auch sehr schöne Momente zu berichten:

Es war so schön warm geworden – wie wohl in Deutschland auch – sodass wir gerne am Nachmittag mit dem Beiboot außerhalb der Marina zum Baden gefahren sind. Und da saßen zu meinem Entzücken viele rote und schwarze Krabben auf den warmen Steinen. Und bei einem Spaziergang rund um die Marina entdeckten wir plötzlich, ein paar Kilometerentfernt auf See, einen großen Wal, er hat geblasen, ist dann aber leider wieder schnell abgetaucht, ehe wir die Kameras bereit hatten. Soviel zu den Natur-Ereignissen.

In Puerto Calero war auch was los: Letzten Freitag haben gleich zwei Restaurants neu eröffnet, und dies mit großen Pomp gefeiert. Zunächst allerdings war Volker total aufgebracht, weil das eine, ein mexikanische Restaurant, mit richtig lauter Musik den Hafen beschallte. Aber da die Töne nur zwischenzeitlich aus der Dose kamen, und sonst ein Mexikaner im goldbesetzten Kostüm mit Sombrero life gesungen hat, waren wir wieder versöhnt, und sind nach dem Abendessen neugierig hingegangen. Das Essen an Bord hätten wir besser gelassen, es gab nicht nur alle Getränke frei, sondern es wurden auch leckere Snacks gereicht. Ich war wohl ein bisschen underdressed, die meisten Mädels hatten sich total schick gemacht. Wenn endlich mal was los ist!

Auch bei dem zweiten Restaurant, das sich als Grill-Gaststätte vorstellte, gab es freie Getränke. Volker hatte einen großartigen Cocktail mit vielen Früchten und ausreichend alkoholischenZutaten. Das Lokal ist sehr geschmackvoll eingerichtet, es wurde mit Licht gespielt, und ich war begeistert von dem Wasserhahn auf der Toilette, der kommt aus der Decke und speit warmes Wasser, sobald man die Hände darunter hält.

Und eine ganz große Veranstaltung war am Samstag: Der Ironman 2026 auf Lanzarote. Er gilt weltweit als einer der härtesten Triathlons überhaupt, bei dem eigentlich nie irgendwelche Rekorde aufgestellt werden. Das beginnt früh um sieben Uhr mit dem Schwimmen im Atlantik, Strömungen und manchmal hohe Wellen machen es den Athleten nicht leicht, die 3.850 km zurückzulegen. Und wenn sie dann auf ihren Fahrrädern sitzen, müssen sie ca. 2.400 Höhenmeter überwinden, bei starken und oft böigen Passatwinden. Dann ist wahrscheinlich der Marathon am Schluss sozusagen die Kür.

Wir haben am Sonntagmorgen abgelegt und motorsegeln jetzt bei wenig Wind, der auch noch aus der falschen Richtung, von vorne kommt, nach Madeira. Den Leuchtturm “Pechiguera”, am südwestlichen Ende von Lanzarote ,haben wir schon hnter uns gelassen. Und wir haben 274 Liter Diesel getankt, da schreckt uns der fehlende Wind ausnahmsweise nicht. Egal, wir mussten irgendwann mal los, und zur Not fahren wir eben mit Diesel statt mit Wind.

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Nord, Nord, Nord

mal auch Nordwest, aber niemals Nordost. Diese wenigen Worte beschreiben präzise die Windrichtungen in den Langfristvorhersagen, und damit offenbart sich unser Dilemma mit unserer Reiseplanung. Die nördlichen Winde wehen von Nordspanien, ausnahmslos. Damit ist der Weg Richtung Madeira/Azoren erstmal für uns versperrt, denn nur von dort könnten wir in den atlantischen Tiefdruckexpress einsteigen, der uns in den Norden bringen könnte, dem diesjährigen Sommerreiseziel. 

Vielleicht fehlt uns nur die Lust auf 3-4 Tage hart am Wind, gegen 2-3 Meter hohe Wellen, bei 5-6 Beaufort zu segeln. Egal wie, “Hätte, hätte, Fahrradkette”, wie man so schön sagt, es bleibt uns  nur „Abwarten und Teetrinken“. 

Oder darf es doch ein alkoholisches Getränk sein, so wie gestern Abend. Da waren wir mit Jörn und Jana in unserem neuen Lieblingsrestaurant lecker Tapas essen. Die Auswahl und die Qualität der Tapas,im La Ermita in Tías ist wirklich unerreicht. Ich könnte da jeden Tag hin, Cornelia reichen gelegentliche Besuche. Danach gab es im vertrauten Upperdeck noch ein paar leckere weiße Cavasangria, mit Früchten und ausreichend Alkohol. (Ich hab lieber ein Glas Rioja genommen, und die Früchte am Ende aus Volkers Glas gepickt.)

Seit drei Tagen sind wir wieder auf Lanzarote, und die Sonne hat in der Zeit unserer Abwesenheit ganze Arbeit geleistet. Die Farbe der zuvor grünen Insellandschaft ist dem traditionell vertrauten, rot-braunen Farbton gewichen. Das Wetter hat sich gebessert, der nasskühle Winter ist endlich Geschichte. Jedoch, so richtig sommerlich ist es noch nicht, aber bei 23 Tagestemperatur gibt es nicht wirklich einen Grund zu jammern. (Nur der Wind könnte sich auch mal ausruhen!)

Gestern waren wir bei Lidl einkaufen, und nachdem die Capitania in Deutschland kiloweise Erdbeeren vernichtet hat, waren wir total happy, dass nun auch dort im Sortiment kanarische Erdbeeren aus Teneriffa angeboten werden. Wir wollten leckere Marmelade davon kochen, nur Gelierzucker gibt es auf Lanzarote nicht, man macht hier keine Marmelade selbst, sagte die freundliche Verkäuferin, aber Gelatinepulver gibt es, nun muss sie nur noch fest werden.

Gestern war ich mal wieder im Wasser zum Rümpfe Reinigen und ich muss sagen, dass das Coppercoat von mal zu mal einen besseren Bewuchsschutz bietet. Vielleicht hat das damit zu tun, dass ich jetzt öfter mit einem Schleifschwamm die Oberfläche und damit das Kupfer reaktiviere. So macht die Unterwasserschiffpflege Spaß und geht auch schneller vonstatten.

Ansonsten braucht der Aufbau mal wieder eine Politur, und  das ist mein Arbeitsprogramm der nächsten Tage. Die Capitan hat sich auch Arbeit, bzw. Material mitgebracht. Ein Reißverschluss vom Cockpitzelt hat leider Zahnausfall und muss ersetzt werden. Ansonsten steht die Hexe hübsch da, nachdem ich gestern, den Saharastaub der letzten Wochen mit einem gründlichen Waschgang entfernt habe.

Gestern war hier nicht wie in Deutschland Vatertag, nur einen Bollerwagen mit ‘ner Kiste Bier für eine Vatertagstour habe ich hier auch nicht. Es gab stattdessen einen ausgiebigen Mittagsschlaf und ein großes Eis zur Kaffeezeit, sehr schön.

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So viel Zeit

ist vergangen seit unserem letzten Blogbeitrag, ich bitte daher jetzt schon einmal um Entschuldigung, dass dieser hier lang und mit vielen Erlebnissen geschmückt ist.

Die endgültige Fertigstellung unseres neuen Batterie-Management-Systems gestaltete sich schwieriger als vorhergesehen. Es fehlte hier noch ein Kabel, dort musste eines anders angeschlossen werden, natürlich mussten es pezielle Kabel und Teile sein, es zog sich hin. Wes und Jan haben viele Stunden in den technischen Eingeweiden in unserem Salon verbracht, kniend, auf dem Boden liegend, manchmal – sozusagen zum Ausruhen – auch mal sitzend. Zum Schluss ging es noch um die Software der Victron- und Mastervolt-Kontrollzentren. Bis nach 18 Uhr am Freitag Abend waren Wes und ich mit Laptop und Mobiltelefon dabei, die Software so einzurichten, damit Apps auf den Handys bzw. auf dem Kontrollbildschirm im Boot einwandfrei arbeiten.

Wir waren noch in den letzten Zügen, als bereits die ersten Gäste ankamen, denn wir hatten noch schnell zu einem Champagne Friday eingeladen. Es war so kurzfristig, dass nicht alle Freunde Zeit hatten, aber wir haben in kleinem Kreis ausgelassen gefeiert. Es gab Quiche Lorraine, spanischen Cava und viel Musik, Jörn hatte seine Gitarre dabei, und nach seinen schönen Eigenkompositionen spielte e auch die uns bekannten Lieder, bei denen wir alle bereits mitsingen können. Also: es war ein wundervoller Abend. 

Für Samstag war ein großes Konzert im Amura, dem Event-Restaurant in der Marina, angekündigt, eigentlich eher ein DJ-Fest als ein Konzert, das bedeutet: „Sehr laut!“ und viele laute Beats. Wir haben das schon einmal im Hafen erlebt, und fanden es nicht so angenehm, deswegen sind wir am Samstag mittag einfach mit dem Boot in die schöne Bucht vor der Playa de la Arena gefahren, haben den Anker im Grund versenkt, und so einen ruhigen Nachmittag und Abend verbracht. Wir waren schwimmen und haben einen Ausflug mit dem Dinghy gemacht, sehr entspannt. Eigentlich wollte Volker bei der Dinghy-Tour an den Felsen schnorcheln, aber leider mussten wir feststellen, dass irgendwelche Teilchen im Wasser schwammen, da hatte wohl ein großes Schiff seine Fäkalientanks geleert.

Nach einer auch windtechnisch ganz ruhigen Nacht wurden wir in den frühen Morgenstunden von starken Böen geweckt. Als es ein bisschen ruhiger wurde, haben wir sofort den Anker gelichtet und sind zurück in die Marina gefahren. Um 14 Uhr sollte unser Flieger nach Frankfurt gehen, wir wurden pünktlich von unseren lieben Freunden Barbara und Thomas abgeholt, die uns zum Flughafen brachten. Dankeschön!

 Blau so blau empfing uns der Himmel in Deutschland, als wir an diesem Sonntag in Frankfurt landeten. Dazu gelbe Rapsfelder, saftig grüne Wiesen und Bäume, und Blüten in allen Farben. Das war denn auch das Wetterthema für die nächsten 14 Tage: Sonne, Sonne, Sonne! Beständiger als auf Lanzarote! Gut, die Nächte waren noch kühl, aber sobald die Sonne ein bisschen höher gestiegen war, konnten wir bedenkenlos draußen frühstücken. Am Abend wurde eher drinnen gegessen, direkt nach Sonnenuntergang wurde klar, dass es schließlich erst April war.

Natürlich sind wir am nächsten Tag sofort zu unseren Enkelinnen gefahren, die sich auch – glücklicherweise – sehr über Oma und Opa gefreut haben.

Das wurde in den letzten zwei Wochen unsere Hauptbeschäftigung, alle zwei bis drei Tage waren wir dort, wir haben auf dem Trampolin gehüpft, auf dem Spielplatz geschaukelt, Volker war mit Zoey schwimmen (nein, noch nicht im Freibad), auch das Eisessen kam natürlich nicht zu kurz.

In Darmstadt hingegen kam das Kulturelle auch nicht zu kurz, einen Sonntag haben wir uns Fotokunst auf der Mathildenhöhe angeschaut und vorgestern Abend gab es – für mich – Kultur im Staatstheater,. Das Musical „Lazarus“ von David Bowie und Enda Walsh, mit einer ein bisschen abstrusen Handlung, aber unglaublich schönen Bildern und stimmlich sehr überzeugenden musikalischen Darbietungen der David-Bowie-Songs. Das Publikum hat es mit frenetischem Beifall honoriert.

Klar, wir haben in Darmstadt viele Freunde getroffen und wundervolle Abende verbracht. Auch der Garten bekam eine große Menge Pflege, und die Enkelkinder viel Aufmerksamkeit. Wie es weitergeht, davon werden wir im nächsten Blogbeitrag berichten.

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Angeschlossen

Die Sonne ist im Moment unser größter Freund, wenn sie endlich mal so viele Stunden scheint, wie man es für Lanzarote eigentlich erwarten kann. So sah es vorher aus:

Da geht was

Die guten Nachrichten mal vorab, Jan hat direkt am Anfang der letzten Woche die Solarpaneele angeschlossen. Und alles hat von Anfang an, so wie geplant, bestens funktioniert. Wir sind jetzt wirklich komplett energieautark, wenn denn die Sonne scheint. Jedoch selbst bei starker Bewölkung fließen immerhin noch 400-500 Watt in unsere Batterien. Doch wenn die Sonne am blauen Himmel steht, gibt es Sonnenenergie satt und soviel Ertrag, dass selbst die Waschmaschine Energieneutral betrieben werden kann. Es gehen dann immer noch mehr Ampere in die Batterien, als entnommen werden. Genau da wollten wir hin, mit unserer Planung und dem neuen Solarfeld. Selbst bei fast vollen Batterien fließen kraftvolle 1600 Watt, bzw. 60 Ampere Strom in die richtige Richtung. Da brauchen wir, so wie es aussieht, in Zukunft kein Landstromkabel mehr, Energieautonomie pur.

Wir haben schon mal spaßeshalber rumgealbert, dass wir jetzt mit der Hexe ja eigentlich Strom ins Hafennetz einspeisen könnten, wenn denn die Bezahlung dafür stimmen würde.

Aber, funktionieren oder nicht, scheint an Bord nahe beieinander zu liegen, denn vor ein paar Tagen war es mal wieder so lausig kalt und stürmisch, dass die Capitania die große Dieselheizung anschalten wollte. Ein lautes Klack, das typische Geräusch des Schalters beim Einschalten, doch es  folgt kein vertrautes Brummen unserer Webasto-Heizung, denn die tut absolut keinen Mucks. Noch nicht einmal einen abgebrochenen Startversuch. Wir gucken uns etwas ratlos an, wiederholen das Prozedere mit dem gleichen negativen Ausgang. Die Capitania bemerkt nur lapidar, dass  es ja gut sei, dass sie das mit der Heizung jetzt nochmal ausprobiert hat, bevor wir in Richtung Norden segeln. Ich kann der Situation erstmal nichts Positives entnehmen. Ich begebe mich auf Fehlersuche, nur um  mir kurz darauf achselzuckend einzugestehen, dass ich am Ende meines Lateins bin, da entweder der Fehlerspeicher der Dieselheizung weitere Startversuche vereitelt, oder die Stromversorgung durch die Sicherung unterbrochen ist. Wir packen die elektrischen Schaltpläne aus, doch irgendwie hat es die Heizung anscheinend nicht in die Schaltpläne bei Outremer geschafft.

Die nächste Stufe sind ein paar Telefonate und Textnachrichten, mit Kevin von der Heizungsfirma in Holland, die die Webasto-Heizung im letzten September überholt hatten. Ich solle mal einen Hartreset durchführen, die Heizung mit dem Schalter anschalten und den Hauptstecker abziehen, doch das führt leider zu nix. Cornelia hat mittlerweile das Werkstatthandbuch im Internet gefunden und da steht, dass insgesamt drei Sicherungen verbaut sein müssen, und dass die große 20-Ampere-Sicherung für eine Minute gezogen werden soll, damit der Reset erfolgt und der Fehlerspeicher von der Webasto 90 Pro gelöscht wird. Nur wo verstecken sich diese vermaledeiten Sicherungen, die ich trotz intensiver Suche nicht finde. Es ist zum Haare raufen.

Ich rufe Jan an, er kommt und findet Gott sei Dank, nach langer Suche die Sicherungen in einem eigenen Kasten im Motorraum, wo auch die Heizung hängt. Wir kontrollieren alle Sicherungen, keine davon ist durchgebrannt. Dann ziehen wir  die Hauptsicherung für eine Minute ab. Anschließemd startet die Heizung wieder, beginnt zu heizen und schaltet sich nach zwei Minuten ab. Der Vorgang wird natürlich mehrfach wiederholt, immer mit demselben Ausgang. 

Teileliste für Webasto-Heizung

Auf Anraten von Uli sollen wir bei diesen Thema ruhig einmal die künstliche Intelligenz im Internet befragen, er hätte damit sehr gute Erfahrung gemacht. Wir fragen also so: „Webasto Pro 90 Dieselheizung startet und schaltet sich nach zwei Minuten wieder ab“. Die KI gibt folgende Lösungsmöglichkeiten vor: Luft in der Dieselleitung, Dieselpumpe defekt, Umwälz-Wasserpumpe funktioniert nicht, Brennervlies verunreinigt. 

Wie geht es weiter? Das mit dem Brennervlies, der Dieselpumpe und der Luft in der Leitung schließen wir aus. Warum? Die Heizung läuft für zwei Minuten, mehrmals, also bekommt sie Diesel und man hört die Dieselpumpe ticken. Das Brennervlies ist im September erneuert worden und verschmutzt nicht so schnell mit Ablagerungen aus der Verbrennung. 

Es bleibt nach unserer Ansicht nur noch die Umwälzpumpe, die unten an der Heizung hängt. Da sag ich zu Jan: „Wir sollten mal mit dem Hammer auf die Pumpe hauen, vielleicht hilft das.“ Er lacht und sagt, dass seine Oma auch auf alles, was nicht funktionierte, ebenfalls mit dem Hammer draufgehauen hat. Ein paar Hammerschläge später läuft unsere Dieselheizung mit dem typischen Gebrumm wieder, genau so, wie sie soll. Alle bisherigen Versuche, eine neue Umwälz-Wasserpumpe nach Lanzarote zu bekommen, sind leider gescheitert. Aber jetzt läuft die Heizung ja erst einmal. Da hatte die Capitania doch mal wieder Recht, dass es gut war, dass sie die Heizung anschalten wollte.

Zum Schluss noch: Gestern Abend ging es dann richtig rund im Hafen. Böen mit 38 Knoten pfiffen kreischend durch den Mastenwald, was für eine Geräuschkulisse. Bei einer Messstation in Arrecife wurden für über zwei Stunden Windböen von 56 Knoten gemessen, das sind 11 Beaufort, ein Orkan.

Ich habe auf der Stegseite, auf die wir gedrückt werden, noch ein paar zusätzliche Fender rausgehangen. Auch auf anderen Booten wurden nochmal Leinen und Fender justiert. Irgendwann in der Nacht war das Spektakel vorbei und damit endet hoffentlich eine weitere sturm- und regenreiche Zeit hier auf Lanzarote, mit untypischem Kanarenwetter. Länger anhaltende Besserung ist vorhergesagt, endlich!

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Semana Santa ( Heilige Woche)

in der vergangenen Woche ist viel passiert: Alle Solarpaneele sind im Rahmen montiert, und zusätzliche Kabel sind verlegt worden. Larissa und Johannes waren zu Besuch, der Capitania geht es besser, und wir haben eine kleine Ausfahrt mit der Hexe gemacht.

Hier auf den Kanaren werden nicht nur die traditionellen, uns bekannten Osterfeiertage gefeiert. Eine ganze Woche lang wird das nahende Osterfest zelebriert, mit Prozessionen, Gottesdiensten und zahlreichen Feiertagen. Wer kann, hat frei und arbeitet nicht. 

Dazu stellte sich auch das passende Wetter ein, bei Tagestemperaturen zwischen 23 und 27 Grad lässt es sich gut aushalten. Die Strände und Buchten sind voll mit Einheimischen und Touristen. Viel Glück in dieser Hinsicht hatte natürlich auch meine Tochter Larissa und ihr Ehemann, die sich genau diese Woche zu einem Besuch bei uns an Bord ausgesucht hatten.

Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob Johannes auch so denkt. Denn genau in seine paar Urlaubstage fiel der Anbau der Sonnenpaneele und das Ziehen der neuen, notwendigen Kabels. Doch Johannes hat ein gutes handwerkliches Talent und dank ihm und Max gingen die anstehenden Arbeiten, gut voran. Jetzt müssen die Paneele nur noch vom Elektriker fach- und sachgerecht angeschlossen werden. Das soll sogar noch in dieser Woche passieren.

An den arbeitsfreien Tagen haben Larissa und Johannes zahlreiche Ausflüge über die Insel unternommen und die Schönheiten Lanzarotes für sich entdeckt. Am Samstag waren sie sogar mit Cornelia zusammen auf dem schönen Kunstmarkt in Haria, und die beiden Damen kamen mit neuem Ohrschmuck zurück.

Am selben Tag blieb sogar noch genügend Zeit für einen kurzen Ausflug mit der Hexe zur Ankerbucht. Die Wassertemperatur liegt wieder bei erträglichen 20-21 Grad und der blaue Atlantik lud zum Baden ein. Die Jugend war sogar über 20 Minuten lang im kühlen Nass. Die kleine Ausfahrt beginnt:

Larissa hat, nach ein paar Übungsmanövern, den Kat dann bravourös an unserem Liegeplatz angelegt. Hat sie da das Talent von mir geerbt?

Cornelia kämpft sich wacker langsam in ihre  alte Form zurück. Sogar abendliche Ausflüge ins Restaurant oder ins Upperdeck sind hin und wieder möglich. Seit heute macht sie sogar morgens wieder leichte Yogaübungen. 

Übrigens, der Ostermontag ist seltsamerweise in Spanien kein Feiertag. Wenn man im Netz nachschaut, warum der Ostermontag gefeiert wird, findet man man auch nur die Antwort, dass dieser Feiertag, als eine Ergänzung zum Ostersonntag, die christlichen Osterfeierlichkeiten verlängert. Dafür ist in Spanien der Gründonnerstag bereits arbeitsfrei.

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Und schon wieder …

fing die Capitania ab Mitte März an, mit eindeutigen Erkältungsanzeichen rumzulavieren. Schleimlöser, Inhalieren, Hustentropfen, das ganze Programm. Röchelnd, schnäuzend und hustend, die Krankheitssymptome bannen sich immer mehr ihren Weg. 

Blumenmeer – ein kurzer Ausflug mit Axel und Petra

Ab dem 19. März ist dann meine Liebste wieder richtig krank, mit hohem Fieber und Schüttelfrost. Genau an dem Tag, an dem unsere lieben Freude Axel und Petra hier an Bord zu Besuch kommen. Die nächste Nacht ist die Hölle, am nächsten Morgen geht es Cornelia noch schlechter. Sorgenvoll kreisen meine Gedanken um sie. Es bleibt keine Wahl, der Entschluss steht fest, ich muss Cornelia in fachlich-medizinische Hände übergeben. Nach ein bisschen Widerstand (Volker hat mich gefragt, was ich tun würde, wenn er so krank wäre), gibt sie sich geschlagen und stimmt zu. 

Im Krankenhaus angekommen, bestimmen die gravierenden Symptome den vorgegebenen Weg. Die Ärzte weisen Cornelia auf die Intensivstation ein, dort wird sie rund um die Uhr medizinisch überwacht und ganze vier Tage lang betreut. Nicht nur die Atemwege sind betroffen, es hat sich eine Sepsis ausgehend von einer Nierenentzündung in ihrem Körper ausgebreitet, die, dank der schnellen und zielgerichteten Entscheidung des Intensivmedziners, mit Anitbiotikahämmern aus der WHO Reserveliste behandelt wird. Dann bessert sich glücklicherweise ihr Zustand langsam und damit mein Seelenleben auch. 

Doch es dauert noch weitere sechs Tage, bis meine Liebste wieder zurück an Bord ist. Was für ein Wahnsinn, aber auch was für ein Glück, dass solch kompetente Ärzte im Hospiten in Puerto del Carmen die Weichen in die richtige Richtung gestellt und damit das Leben der Capitania, buchstäblich gerettet haben. 

Unser tiefer Dank gilt Dr. Carlos und Dr. Enrico (sie haben sich so vorgestellt, die Nachnamen kennen wir wirklich nicht), dem gesamten engagierten Pflegepersonal, unserem Freund Peter, der uns aus den Bahamas allzeit ärztlich beratend zur Seite gestanden hat, unseren beratenden und mitfühlenden (Doktoren)-Kindern und unseren Freunden, die uns liebevoll ihre Anteilnahme spüren ließen.

Jetzt müssen wir uns erstmal erholen, die Capitania mehr körperlich und ich mich mehr vom Schlafmangel und der Aufregung der letzten Tage. Segeln steht in der nächsten Zeit eher noch nicht auf dem Programm, dafür ist es zu früh.

Doch es gibt auch Gutes zu vermelden: Der Geräteträger für die neuen Sonnenpaneele ist lackiert und installiert und sieht, wie ich finde, total schick und elegant aus. Bald kommen die Solarzellen an ihren vorgesehenen Platz, und dann sind wir, wenn alles stimmt wie berechnet, komplett energieautark. 

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So schlecht

Um es kurz zu machen, das Wetter ist weiterhin schlecht und in den nächsten acht Tagen wird sich nichts ändern. Kalt, regnerisch und ab morgen für drei Tage wieder stürmisch. Abends  mal schön irgendwo in einem Restaurant zum Essen draußen sitzen, kann man vergessen, bei 15 Grad und Wind macht das keinen Spaß. Puerto Calero ist abends normalerweise ein Ort, an dem Touristen schön gedressed an der Promenade lang schlendern, seit Tagen ist alles halb verwaist. Der zweimal wöchentlich stattfindende Wochenmarkt findet entweder garnicht oder nur mit ein paar tapferen Ausstellern statt. 

Cornelias Husten hat sich bei dem Mistwetter weiter manifestiert und trägt ebenfalls nicht zur Stimmungsaufhellung bei. Ich frage mich ja, wie es geht, dass das Wetter in Deutschland so schön und hier so schlecht ist, obwohl die Kanaren 22 Breitengrade weiter südlich liegen. Und nicht nur Deutschland, sondern auch der gesamte Mittelmeerraum profitiert von einer Wetterlage, die dieses warme, sonnige und frühlingshafte Wettermodell begünstigt. Nur der Atlantik hat hier das Nachsehen. Tiefdruckgebiet reiht sich an Tiefdruckgebiet, und kalte nördliche Luftströmungen vermiesen uns hier das eigentlich übliche warme Wetter. Von uns aus kann hier alles grünen oder blühen, wie es will, wir würden ein warmes und  trockenes Lanzarote in den üblichen Brauntönen bevorzugen. Wenn wir das Kopfkino anschalten, buchen wir schon unsere Rückflüge in den warmen und sonnigen Norden, verkehrte Welt! 

Weniger weit als gedacht, wegen – ich weiß es nicht – ist leider auch der Geräteträger für die neuen Solarpaneele. Das Grundgerüst ist schon seit zwei Wochen geschweißt, die Stützen sind noch nicht angefertigt und der Anstrich ist noch nicht erfolgt.

Im April wollen wir los segeln, egal ob das Ding bis dahin fertiginstalliert ist oder nicht Zur Not klebe ich ein paar Solarzellen aufs Biminidach und schließe die an die Aussensteckdose an.

Heute habe ich damit begonnen, die Rümpfe unter Wasser mal wieder zu reinigen. Trotz 17 Grad Wassertemperatur merkt man, dass der Frühling zumindest unter Wasser angekommen ist, der Bewuchsdruck gegenüber den Wintermonaten steigt. In anderthalb Stunden habe ich gerade mal einen halben Rumpf gereinigt und das Coppercoat neu angeschliffen. Algen, rote Flechten und grasähnliche schleimige Fäden haben sich am Rumpf angeheftet. Das bedeutet, dass ich in den nächsten drei Tagen ebenfalls einige Zeit im kühlen Nass verbringen werde.

Ansonsten unterstützt Cornelia, zusammen mit anderen engagierten Frauen, eine Freundin von uns, die leider einen Schlaganfall hatte. Behördengänge, Dinge des täglichen Bedarfs, gemeinsamer Zeitvertreib und allgemeine Hilfestellungen stehen dabei im Vordergrund. So ein Schlaganfall reißt die Betroffenen von einem Moment auf den anderen aus dem normalen Leben raus, wir hoffen auf Besserung. In wenigen Tagen wird sich hoffentlich rausstellen, welche Institution auf Lanzarote weitere ambulante Hilfestellungen für unsere Freundin anbieten kann.

Zu guter Letzt….
Heute haben wir uns dann zusammen mit Horst und Evelyn Sahnetörtchen und Kuchenstücke einverleibt. Gekauft beim deutschen Bäcker in Tahiche, versüßen solche gehaltvolle Leckereien den Tag und lenken vom Negativwetter ab. Egal, dass es das reinste Hüftgold ist!

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Blogpause?

Oh Gott, wir haben echt schon ein super schlechtes Gewissen wegen der langen Blogpause, aber es ist soviel passiert. Vor drei Wochen sind wir ziemlich unerwartet nach Hause geflogen, weil eine technische Inspektion an unserem Gebäude anberaumt wurde und wir da gerne dabei sein wollten. Das war vorm Karnevalswochende und den Karnevalsumzug haben wir dann mit unseren hübsch verkleideten Enkelkindern, fröhlich und ausgelassen, gefeiert. 

Es war ja echt so kalt an dem Wochenende, dass ich mich selbst noch mit kompletter Skibekleidung gefragt habe, ob das so eine gute Idee war, nach Deutschland zurück zu fliegen. Und prompt hat es dann kurz danach, sogar noch vor Aschermittwoch, an dem ja alles vorbei sein sollte, die Capitania voll erwischt. Am Rosenmontag war Schluss mit Lustig und Tätärä. Stattdessen lag Cornelia mit 39,5 Fieber im Bett und das war auch das weniger närrische Programm der nächsten Tage. Fieber, bösartiger Reizhusten, komplette Schlappheit und rasselnde Bronchien. Trotz frühzeitiger Antibiotika manifestierte sich das Grippevirus und hielt meine Liebste für noch weitere 10 Tage fest im Schach. 

Eigentlich wollten wir ja nur eine Woche im kühlen Deutschland bleiben. Doch so konnten wir noch den wunderbaren heimatlichen Frühlingsanfang erleben und sogar das erste Mal draußen Frühstücken. 

Gestern fuhr uns dann unsere Tochter in der Früh zum Flughafen. Dort sah es aus wie an einem Reisewochenende zum Ferienanfang. Stau auf der Zufahrt, ewig lange Wartereihen am Check-In Schalter und das gleiche Programm beim Security-Check. Gut, dass wir so früh am Flughafen waren, denn schon nach einer kurzen Wartezeit ging das Boarding los. 

Nach einem angenehmen Flug sind wir jetzt wieder an Bord, und das Wetter auf unsererLieblingsinsel ist deutlich schlechter als deutsche Frühling. Die Temperaturen sind wohl dieselben, aber dunkle Regenwolken ziehen aus Nordwesten heran, ein Sturmtief ist im Anmarsch. Der letzte kanarische Sturm ist gerade mal drei Tage her, bei bis zu 50 Knoten Wind  hat es ein paar unserer Zeltgummis zerrissen, die ich gestern gleich durch neue ersetzt habe.

Ab 20 Uhr soll es regnen und feucht soll es in den nächsten Tagen weiter gehen, bei Temperaturen zwischen 13-17 Grad. Nicht schön!

Zwischenstände zum Thema neue Solarpanels, Batterien und noch einigem mehr, folgen in Bälde, die unerwartete Blogpause ist hiermit beendet.

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