Die gute Nachricht vorweg, seit dem gestrigen Ablegen schweigen die Motoren. Der kräftige Wind mit bis zu 27 Knoten und Drehern hat mir eine erste nahezu komplett schlaflose Nacht beschert. Mehrfach gehalst, mehrfach das Vorsegel dem Wind angepasst. Belohnt werden wir dafür mit einer guten Geschwindigkeit und einem Kurs, der nicht weit weg von der Ideallinie liegt. Mit 185 gesegelten Seemeilen in 24 Stunden.
Cornelia ist wegen des Lärmpegels in den Rümpfen während der unzähligen Gleitfahrten, im Salon geblieben und hat da mit ein paar kleinen Unterbrechungen von 23 bis 6 Uhr morgens, ganz passabel geschlafen. Mehrmals in der Nacht hat die 10 Kilowatt Dieselheizung für muggelig warme Innenraumtemperaturen gesorgt. In der Nacht haben wir zwei andere Segler überholt, die ebenfalls in Richtung Nordspanien unterwegs sind. Nur der halbe zunehmende Mond war kurz nach Einbruch der Dunkelheit auch schon wieder untergegangen. Pechschwarz war der Rest der Nacht und spät, erst nach 8 Uhr kam der herbeigesehnte Sonnenaufgang. Der heutige Tag plätschert so dahin. Ein bisschen Schlaf habe ich nachgeholt.
Der Vormittag bescherte uns ein paar wärmende Sonnenstrahlen, doch inzwischen ist der Himmel fast komplett bewölkt. Der kalte nördliche Wind lädt nicht gerade dazu ein, länger als man muss, draußen zu verweilen. Die Wellenhöhe ist im Laufe des Tages von unangenehmen drei Metern und konfusen Richtungen auf angenehme 1,5 Meter zurückgegangen. So ist das Bordleben gleich viel erträglicher. Der Wind ist weniger stark und erreicht in Böen nur noch 20 Knoten, Trotzdem sind wir noch im ersten Reff im Großsegel, nur die Genua ist jetzt komplett ausgerollt.
Zwischendrin denke ich schon an mal darüber nach, den großen Gennaker zu setzten, doch gerade wenn ich mich aufraffen will, kommt wieder eine Böe und schneller als die weg ist, fällt die Entscheidung gegen das Leichtwindsegel. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Ein Vorteil hat ja so ein Aufenthalt in Frankreich noch, die Auswahl an Fleisch- und Wurstwaren in den französischen Supermärkten ist gigantisch. Unser Tieffrierer ist bis an die Oberkante mit französischen Spezialitäten gefüllt, und im Kühlschrank warten Paté de Fois, Paté de Campagne, Rillette vom Schwein, und ein leckerer Camembert, um nur einige zu nennen, auf das nächste Frühstück.

Mit den gemachten Einkäufen könnten wir wahrscheinlich für Wochen auf See bleiben. Ein Fest für die Sinne und den Magen. Gestern gab es zum Abendessen Gelleriewestambes, ein Gericht aus unser beider Region, sowohl die Saarländer als auch die Hessen kennen das, Kartoffeln, Möhren, beides kleingedrückt, dazu gibt es Blutwurst, in unerem Falle französische Boudin à l‘oignon, die auch untergemischt wird. Volker hat das noch durch weiße Rüben verfeinert und mit gedünsteten Zwiebeln garniert. Sehr lecker, auch wenn es nicht so klingt. Der Saarländer gibt natürlich reichlich Maggi dazu :-)).
Ein Hochgenuss!
Jetzt segeln wir beständig zwischen 6-und 8 Knoten schnell mit dem leichteren Wind und den kurzzeitigen Böen, und seit einem Winddreher nahezu auf Idealkurs. Da gibt es nix zu meckern.





































































