was ist jetzt?, fragt die Capitania am Nachmittag ein bisschen gereizt. Schreibst du jetzt Blog oder soll ich schreiben? Das ist kein Einstieg in eine weitere Unterhaltung, sondern eine Aufforderung, die keinen weiteren Redebedarf erfordert. Paarkommunikation, mit wenigen Worten viel bewegen, man kennt sich, man versteht sich. Man weiß, was der andere von einem will. Nicht immer herzlich, aber sehr effektiv. Und schon sitze ich an der Tastatur …
Heute ist der fünfte Tag auf dem Weg nach Norden, und bisher war, bzw. ist diese Reise von der Durchschnittsgeschwindigkeit her unsere langsamste Reise. Magere 5,7 Knoten Durchschnitt, das ist schon langsam für uns und erst recht für eine Outremer, doch die bisherigen ruhigen Tage mit wenig Wind spiegeln sich in diesem Zwischenstand wider. Mehr war bisher nicht drin und wir haben fleißig von den Leichtwindsegeln Gebrauch gemacht. Vom Code Zero zum Code D gewechselt, gehalst und getrimmt, immer auf der Suche nach den besten Windwinkeln. Doch das ist jetzt vorbei, denn es soll in den nächsten Tagen auffrischen. Noch steht der Gennaker, aber schon morgen wird er in der Backskiste bleiben müssen. Böen bis 25 Knoten aus Südwest sind angesagt. Nichts dramatisches, aber zu viel Wind für das bunte Leichtwindsegel.
Heute haben wir wieder viel Zeit mit der Wetterplanung verbracht und Stand jetzt sieht es so aus, als ob wir im englischen Kanal nahe an England vorbei segeln sollten, statt auf der französischen Seite. Das hat Vorteile, weil dort der Wind stabiler wehen soll, sowohl in Stärke als auch in Richtung. Der Nachtteil sind aber der viele Verkehr, die stärkeren Gezeitenströme und die vielen Fischerbojen mit ihren tückischen Leinen. Doch noch ist das Zukunftsmusik, und wir müssen abwarten, welche Melodie die Götter des Windes spielen werden.
Gestern Abend haben wir dank Elon, das WM-Spiel Deutschland gegen Curaçao anschauen können, und ich muss sagen, das hat uns echt viel Freude bereitet. Eine offensive, passgenaue Spielweise. Schöne Unterhaltung an Bord, so kann die Fußball Weltmeisterschaft weitergehen.
Nur die Zubereitung des Abendessens war durch den frühen Spielbeginn ein bisschen hektisch. Aber dank mexikanischer Küche, es gab gefüllte Fajitas mit Hackfleisch, Mais, Tomaten, Karotten, Lauch, Guacuemole, Knoblauchpaste, etc. konnten wir doch einiges vor dem Spiel, bzw. in der Pause vorbereiten.
Ab Mitternacht ging der Wind komplett weg, Gennaker und Großsegel kamen nach unten. Und so eine segelfreie Nacht mit langsam drehenden Motor sorgt für ein ausgewogenes Schlafmanagement. Anders halt, als wenn Segel getrimmt, gerefft oder gewechselt werden müssen. Entsprechend erholt und motiviert waren wir heute früh, und mit dem einsetzenden Südwestwind ging erst das Großsegel am Carbonmast empor, abermals gefolgt vom Gennaker.
Wenn es was zu meckern gibt, dann sind es die Temperaturen, mit 16-18 Grad ist es für uns recht frisch. Aber das warme Sommerwetter ist auf dem Weg, noch dreimal schlafen. So, wie es jetzt aussieht und berechnet ist, sind es noch sechs Tage zu segeln bis zu unserem Zwischenstopp in Belgien.
Cornelia hat noch ein kleines Video vom Setzen unseres Gennakers gemacht:
Und wer uns auf der Seekarte folgen möchte, das kann das über diesen Link anschauen:




































































