Auf See, Baro 1028, Wind NO 3-4 Beaufort, die See 1-1,5 m
In den letzten Nachtstunden hat der Wind abgenommen auf 6-7 Knoten und geraumt, dann hat er wieder zugenommen und ist spitzer geworden, aber seit es im Osten hell wird, sind wir wieder bei 13 Knoten und Wind aus Nordost. Außerdem hat es ganz leicht zu regen begonnen, das macht Manöver ziemlich unangenehm, aber Volker freut sich, wenn das Boot ein bisschen entsalzen wird. Es regnet auch nicht mehr lange.

Um kurz nach sieben Uhr bekommen wir doch tatsächlich mal wieder Besuch: Eine kleine Taube setzt sich aufs Martingall! Hoffentlich sucht die sich bald einen Weg zurück zu den Azoren, sonst müssen wir wieder aufpassen, dass sie nicht am Tage ins Boot kommt, weil das mit der Toilette nicht so klappt … Aber die Wellen vor dem Bug waren ihr doch zu unangenehm und nach einem Power Nap hat sie uns wieder verlassen.
Um 11:00 Uhr wird ausgerefft auf Reff 1, die Genua steht voll. Bei nunmehr um die 12-15 Knoten Wind segeln wir schnell mit über neun Knoten Fahrt.
Ich habe den halben Tag am Laptop verbracht und mich durch sämtliche Segelwetterberichte gekämpft. Am Laptop und auf dem Handy wurden immer wieder andere Vorhersagen durchgecheckt, dann die wesentlichen Modelle wie GFS, ECMWF und PWE in PredictWind rechnen lassen, in Ventusky nachgesehen, bei Windy die Route geprüft, Volker schaut immer nochmal bei Passage Weather. Fahren wir ohne Stopp direkt weiter nach Norden, oder ist es besser, auf Santa Maria bis Donnerstag Morgen zu warten, weil dann die allgemeine Windrichtung besser passt? Tatsächlich ist es so, dass wir im Vergleich zwischen heute und Donnerstag fast zur gleichen Zeit ankommen sollten. Und wir würden fbeihnahe anderthalb Tage weniger motoren müssen. Na, wenn das keine Argumente sind, weiß ich es auch nicht.

Eben haben wir ein anderes Segelboot überholt, die Worldancer 2, ein Stahlboot unter deutscher Flagge. Volker hat mit einer weiblichen Stimme über Funk gesprochen, sie wollen auch nach Vila do Porto auf Santa Maria.
Zum Abendessen gibt es eine Variante der Krautfleckerln, mit kleinen Nudeln statt Kartoffeln, aber das schmeckt auch sehr lecker!

Mit Sonnenuntergang wird der Wind immer schwächer, aber noch können wir segeln, trotz Reff 1 im Großsegel sind wir bei 80º Windeinfallswinkel mit über sieben Knoten Fahrt fast so schnell wie der Wind, der mit acht bis neun Knoten weht.
Es ist eine dunkle Nacht, die schmale Mondsichel wird erst nach zwei Uhr früh aufgehen, vielleicht kommen wir da gerade am Ankerplatz vor Praia Formosa an. Morgen wollen wir dann einen Liegeplatz in der Marina von Vila do Porto finden, und – hoffentlich – am Donnerstag früh weiterfahren Richtung Brest.















































































































